1. Mai Schweinfurt: Frei statt Netz Süd – Rechtsradikalen Aufmarsch stoppen!

Für den 1. Mai 2010 rufen verschiedene rechtsradikale Gruppierungen, maßgeblich das „Freie Netz Süd“ und der „Freie Widerstand Süddeutschland“ unter dem Label „Nationales und soziales Aktionsbündnis 1. Mai“ zu einer Demonstration in Schweinfurt auf. Dies soll der größte rechtsradikale Aufmarsch an diesem Tag in Süddeutschland werden. In diesem Rahmen wollen sie ihre Vorstellungen von einem „nationalen Arbeiterkampftag“ und „Tag der deutschen Arbeit“ auf die Straße tragen.

Schweinfurt blickt in dieser Hinsicht auf eine nicht unbedeutende Tradition zurück. Sowohl ideologisch als auch – im Rahmen der Rüstungsproduktion – wirtschaftlich spielte Schweinfurt im Dritten Reich eine maßgebliche Rolle.
Im krassen Gegensatz zu diesen historischen Fakten wollen die Neonazis sich im Rahmen des „deutschem Arbeiterkampftag“ am 1. Mai als antikapitalistisch und pazifistisch profilieren.
Tatsächlich ist der 1. Mai traditionell alles andere als national und die Neonazis alles andere als fortschrittliche, antikapitalistische VertreterInnen von Interessen der ArbeiterInnen.
Der 1. Mai nimmt seinen Ursprung in den USA des späten 19. Jahrhunderts. Seit den Massenunruhen, die sich 1886 aus den straßenkampfähnlichen Ereignissen in Chigago über die ganzen USA und international ausbreiteten, entwickelte und hält sich die Tradition des 1. Mai als internationalem „Arbeiterkampftag“.
Daran anknüpfend stellt der 1. Mai für uns ein Symbol des Kampfes gegen den Kapitalismus und für das Eintreten für eine freie und gerechte Gesellschaft dar, in der die Produktionsmittel in den Händen aller sind und in der für die Bedürfnisse der Menschen produziert wird. Daher gehen wir am 1. Mai nicht nur gegen Nazis, sondern auch gegen die politischen und ökonomischen Zustände der kapitalistischen Gesellschaft auf die Straße. Neben der Bekämpfung des Faschismus treten wir für Emanzipation und für ein selbstbestimmtes Leben ein. Diesen Vorstellungen stehen die Ideologien der FaschistInnen absolut entgegen.
Um den Nazis am 1. Mai nicht ungestört die Straße zu überlassen, hat sich in Schweinfurt ein breites Bündnis gegründet. Da aus unserer Sicht eine tatsächliche Verhinderung des Aufmarschs unabdingbar ist, arbeiten wir mit diesem Bündnis zusammen. Zu erwarten, dass eine solche Verhinderung in der unterfränkischen Provinz ohne breite Unterstützung in der Bevölkerung möglich sei, wäre naiv und realitätsfern.
Von der Zusammenarbeit erhoffen wir uns außerdem die Möglichkeit, den BürgerInnen unsere Standpunkte näher zu bringen. Die Vermittlung von eigenen Inhalten und konstruktiver Kritik scheint uns auf der Basis eines gemeinsamen Agierens weit sinnvoller, als durch reine Abschottung und elitäres und überhebliches Gebaren.
In Anlehnung an erfolgreiche Aktionen wie jüngst in Dresden, Jena oder Köln wollen wir effektiv und kraftvoll agieren.
Wir rufen euch auf, am 1. Mai nach Schweinfurt zu kommen und mit uns aktiv zu werden!

Antifaschistisches Bündnis 1. Mai, März 2010

UnterstützerInnen
[A2A] Autonom Anarchistische Allianz
[AGSW] An­ti­fa Grup­pe Schwein­furt
[AJA] Jugendantifa Nürnberg
[armt] An­ti­fa­schis­ti­sche Re­cher­che Main-Tau­ber
[AuG­ruM] Au­to­no­me Grup­pe Mil­ten­berg
Aktion Schwarz-Rot
Antifa Ellwangen
Au­to­no­me An­ti­fa Würz­burg
Au­to­no­mes Bünd­nis Bad Neu­stadt
Autonome Antifa Neumarkt-Oberpfalz
Edel­weiss­pi­ra­ten­fes­ti­val
Ju­gend­an­ti­fa Würz­burg
Wohnprojekt „alte Schule“